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Projektauftakt: „Unser Gesundheitswesen von morgen: Digitalisierung – Künstliche Intelligenz – Diversität“

Das Gesundheitswesen von morgen muss heute diskutiert werden

Die großen Veränderungsprozesse der Digitalisierung machen auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt. Die medizinische Forschung und Versorgung wird sich durch den Einsatz von digitalen Technologien, vom Pflegeroboter bis zu KI-gestützten Diagnoseverfahren, nachhaltig verändern. Wie sich diese Veränderungen aber konkret ausgestalten, ist keinesfalls festgeschrieben. Der Einsatz von neuen Technologien stellt nicht bloß die Frage nach dem technisch Machbaren, sondern auch nach dem gesellschaftlich Sinnvollen. Welche konkreten Technologien in den sensiblen Einsatzbereichen der Medizin Anwendung finden sollten, muss darum dringend diskutiert werden.

Die Diskussion über die möglichen Veränderungen durch neue Technologien sollte so vielfältig sein wie die Gesellschaft, die sie betrifft. Hier setzt das Projekt „Unser Gesundheitswesen von morgen: Digitalisierung – Künstliche Intelligenz – Diversität“ an. Das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte und von Prof. Dr. Silke Schicktanz vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen geleitete Projekt möchte in Zusammenarbeit mit einer interessierten Öffentlichkeit nach Lösungsansätzen für die aufkommenden Herausforderungen eines digitalisierten Gesundheitswesens suchen. Dabei sollen zugleich die Chancen und Risiken dieser Veränderungsprozesse ausgelotet werden.

Miriam Doerr Martin Frommherz/Shutterstock.com

Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit

Zwar werden die ethischen Fragestellungen zu medizinisch-technologischen Themen schon lange fachlich diskutiert, es mangelt aber an Plattformen, die diese Debatte öffentlich zugänglich machen und Stimmen aus der Zivilgesellschaft einbeziehen. „Es fehlen Diskussions- und Reflexionsforen, die auch der Vielfalt von Ansichten, Werten und Perspektiven von Bürger*innen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen gezielt Rechnung tragen“, sagt Prof. Dr. Silke Schicktanz. „Information, Dialog und aktiver Austausch mit der Öffentlichkeit sind dafür unentbehrlich“. Kurzum: was alle betrifft, sollten auch alle mitdiskutieren.

Wir möchten daher nicht nur über die technischen, sozialen und ethischen Herausforderungen eines digitalisierten Gesundheitswesens informieren, sondern auch eine aktive Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Debatte ermöglichen. Dazu sollen verschiedene Online-Formate der Beteiligung gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erprobt werden. Über acht Monate hinweg laden wir zu insgesamt sechs online stattfindenden Podiumsdiskussionen ein, in denen neben allgemein verständlichen Einführungen zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen auch aktuelle Streitfragen der Debatte vertiefend behandelt werden sollen. Die Themen erstrecken sich dabei von der Datenspende bis zur Anwendung von Robotik im Pflegebereich. Pro Sitzung sollen jeweils zwei bis drei Fachkundige aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen in den Austausch treten und das Gespräch anschließend für das Publikum öffnen. Alle Sitzungen werden als Video aufgezeichnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

TZIDO SUN/Shutterstock.com

Online-Bürgerforum – Mitmachen statt nur zuschauen

Das zweite Online-Format wird eine Premiere sein. In einem Pilotprojekt werden wir zwei moderierte Online-Bürgerforen veranstalten. In diesem Rahmen sollen 15-20 Bürgerinnen und Bürger zwei Tage per Videoschaltung jeweils ein medizinethisches Thema diskutieren. Dazu stehen diesen Expertinnen und Experten zur Befragung zur Verfügung. Die erste Sitzung soll sich mit dem Einsatz von Smartphone-Apps zur Bekämpfung von Pandemien befassen. Dabei können Fragen zur wissenschaftlichen Nutzung von Daten im Vordergrund stehen, aber auch die potenziellen Gefahren dieser Technologie für Datensicherheit und Privatsphäre adressiert werden. Die zweite Sitzung soll den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Pflege zum Thema haben. Für diese Veranstaltung werden wir ein offenes Bewerbungsverfahren abhalten, über das wir auf dieser Seite noch detaillierter informieren werden.

Die zivilgesellschaftliche Mitsprache durch aktive Beteiligung fördern

Es ist unser Anliegen, die Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren gezielt zu ermutigen. Wir sind davon überzeugt, dass die Beteiligung und Einbeziehung der Zivilgesellschaft in der Debatte in mehrerlei Hinsicht produktiv sein kann: zum einen soll die Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern dabei helfen, ein Stimmungsbild der Gesellschaft zu aktuellen Digitalisierungstrends im Gesundheitswesen abzubilden, zum anderen möchten wir dafür sorgen, dass dieses Stimmungsbild auch von politischen Entscheidungsträgern wahrgenommen wird. Darum soll die öffentliche Kommunikation unserer Ergebnisse ein zentraler Baustein des Projektes sein. Informationen zu den neuesten Veranstaltungen, sowie Details zum Bewerbungsverfahren für die Bürgerforen werden Sie darum zuerst auf der Projekt-Webseite finden. Auch die Videos zu den Sitzungen der Ringvorlesung werden dort abrufbar sein.

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